Glossar

Parathormon

Das Parathormon (PTH, Parathyrin) ist ein (Peptid-)hormon, das in den Nebenschilddrüsen gebildet wird. Die Hauptfunktion des Parathormons ist die Erhöhung der Calcium-Konzentration im Blutplasma. Eine Verminderung der Calcium-Konzentration verursacht vermehrte PTH-Sekretion. Die PTH-Sekretionsrate wird in Abhängigkeit von der Plasma-Calcium-Konzentration reguliert, das heißt ein Anstieg über den Normalwert, hemmt die PTH-Sekretion (negative Rückkopplung).

Drei Wirkungen des Parathormons werden beschrieben:

1. Induktion der Osteolyse (Knochenauflösung): PTH führt indirekt zur Reifung und Aktivierung der Osteoklasten und damit zu einer Calcium-Phosphat-Mobilisierung aus dem Knochengewebe. Die Osteoblasten und die Stromazellen des Knochens besitzen PTH-Rezeptoren.

2. Hemmung der Phosphatresorption: PTH hemmt in der Niere die Phosphat-Reabsorption im proximalen Tubulus und erhöht die Calcium-Resorption im distalen Tubulus. Der Phosphatspiegel im Blut sinkt also, da mehr Phosphat mit dem Urin ausgeschieden wird. Dies ist durchaus sinnvoll, da dadurch im Blut wieder mehr freies ionisiertes Calcium vorliegen kann (und nicht im Komplex mit Phosphat).

3. Induktion der Biosynthese von Calcitriol: Des Weiteren stärkt PTH die Aktivität der 1-alpha-Hydroxylase, dem Schlüsselenzym der Calcitriol-Biosynthese, die in der Niere lokalisiert ist. Calcitriol erhöht hauptsächlich die Calcium-Absorption im Dünndarm.


Erhöhte Blutwerte (Hyperparathyreoidismus) bedeuten:

Entartete Epithelkörperchen (Nebenschilddrüsen) unterliegen nicht mehr der kalziumabhängigen Sekretionssteuerung. Es kommt zur unkontrollierten Erhöhung des Parathormonspiegels (primärer Hyperparathyreodismus) und dadurch zur Hyperkalzämie.

Auf eine Hypokalzämie in Folge von Nieren- Leber- oder Darmerkrankungen reagiert der Körper mit einer verstärkten Sekretion von Parathormon (sekundärer Hyperparathyreodismus) durch Hyperplasie der Epithelkörperchen.

Wird die Ursache für einen sekundären Hyperparathyreodismus plötzlich therapiert (z.B. Nierentransplantation) bleibt die Basalsekretion von Parathormon aufgrund der reaktiven Epithelkörperchenhyperplasie erhöht (tertiärer Hyperparathyreodismus). Folge ist eine Hyperkalzämie.

Im Rahmen von malignen Erkrankungen (Bronchialkarzinom, Mammakarzinom, Prostatakarzinom, Plasmozytom) kann es zur paraneoplastischen Hyperkalzämie kommen.


Erniedrigte Blutwerte (Hypoparathyreodismus) bedeuten:

Nach Schilddrüsenoperationen, Epithelkörperchenadenomenfernung oder autoimmun kann ein Parathormonmangel entstehen. Hypoparathyreodismus wird über einen erniedrigten Blutspiegel von Parathomon diagnostiziert. Es kommt zum Absinken des Kalziumspiegels und in Folge zur hyopkalzämischen Tetanie. Hypokalzämie bei normaler Nierenfunktion deutet auf eine Funktionsstörung der Nebenschilddrüsen hin.


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