|
|
Glossar
Calcium
- Calcium, (chem. Zeichen: Ca), Kalzium
Calcium ist ein Mineralstoff, es zählt zu den Mengenelementen. Calcium ist der Mineralstoff mit dem höchsten Anteil am Körpergewicht. Je nach Körpergröße, Lebensalter und Calciumversorgung können bis zu 1,4 kg Calcium im menschlichen Köper gespeichert sein.
Vorkommen
Die wichtigsten Nahrungsquellen für Calcium sind Milch und Milchprodukte. Zu den calciumreichen Milchprodukten zählen beispielsweise Buttermilch und Käse. Beim Käse spielt allerdings das Herstellungsverfahren eine entscheidende Rolle, wie hoch der Calciumanteil ist. Hartkäse ist meist calciumreicher als Weichkäse oder gar Schmelzkäse. In pflanzlichen Lebensmitteln ist der Gehalt an Calcium meist nur mittelmäßig hoch. Einige pflanzliche Lebensmittel jedoch, wie beispielsweise Kokosflocken oder Sesam, zeichnen sich durch einen sehr hohen Calciumgehalt aus.
Bioverfügbarkeit
Der Höhe des Calciumgehalts in Lebensmitteln ist jedoch nicht ausschlaggebend für die Verwertbarkeit des Minerals. Bei der Calciumresorption spielt es eine wichtige Rolle, mit welchen Lebensmitteln es zusammen aufgenommen wird. Lebensmittel die Oxalsäure, Phytinsäure und Galacturonsäure enthalten, reduzieren die Aufnahme erheblich. Zudem ist die Zusammensetzung der Fettsäuren der verzehrten Lebensmittel ein wichtiger Faktor bei der Calciumaufnahme. Gesättigte Fettsäuren bilden zusammen mit Calcium schwerlösliche Kalkstreifen, die nicht resorbiert werden können. Sie werden wieder ausgeschieden.
Der über die Nahrung aufgenommene Gehalt von Proteinen beeinflusst zwar nicht die Resorption von Calcium aber erhöht die Ausscheidung des Mineralstoffs.
Die Verfügbarkeit des Minerals kann durch Substanzen erhöht werden, die mit Calcium wasserlösliche Calciumsalze bilden. Zu diesen Stoffen zählen Lactose (in Milch und Milchprodukten), Citrat (in Zitrusfrüchten), Wasserstoffionen sowie bestimmte Aminosäuren und Glucose. Zudem wird eine starke Magensäuresekretion die Verfügbarkeit des verzehrten Calciums verbessert.
Neben den Faktoren, welche die Nahrung bei der Aufnahme von Calcium hat, spielt auch das Geschlecht eine entscheidende Rolle. Frauen haben eine physiologisch bedingte niedrigere Resorptionsrate als Männer. Ausnahme sind schwangere Frauen.
Aufgaben
Hauptsächlich bildet Calcium Hartgewebe des Körpers. In Knochen und Zähnen befinden sind ungefähr 99 Prozent des im Körper enthaltenen Calciums. Der Rest befindet sich im Plasma. Das im Plasma vorliegende Calcium unterscheidet sich in drei Fraktionen mit jeweils unterschiedlichen Aufgaben. Diese Fraktionen sind ionisiertes, an Blutproteine gebundenes sowie komplexiertes Calcium.
Die Konzentration des Calciums im Blut wird über verschiedene hormonelle Systeme auf einem konstanten Niveau gehalten. Das Knochengewebe wird dabei als Calciumdepot verwendet, das Schwankungen ausgleicht. Calcium ist der hauptverantwortliche Mineralstoff bei der Muskelkontraktion. Es ist Bestandteil von vielen Enzymen und gleichzeitig auch deren Aktivator. Zudem wird die Aktivierung zahlreicher Zellen durch Hormone durch einen kurzzeitigen Calciumeinstrom in die Zelle gesteuert. Calcium spielt auch bei der Wundheilung bzw. bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle.
Stoffwechsel
Die Resorptionsrate liegt durchschnittlich zwischen 30 und 40 %. Entscheidend wie viel Calcium resorbiert werden kann, ist die Zusammensetzung der aufgenommenen Lebensmittel. Also die anderen Inhaltsstoffe, die sich auf die Calciumresorption auswirken. Eine zentrale, aber noch nicht völlig aufgeklärte Rolle bei der Resorpition und dem Transport durch die Zellen spielt das Vitamin D. Geregelt wird der Calciumstoffwechsel durch verschiedene Hormonsysteme. So sind beispielsweise die Hormone der Schilddrüse sowie die Hormone Östrogen, Insulin oder Glucagon mit jeweils unterschiedlichen Funktionen an der Calciumkonzentration des Blutes beteiligt. Den bedeutendsten Anteil an der Anhebung des Calciumspiegels im Blut hat dabei das Hormon Parathormon. Es wird in der Nebenschilddrüse gebildet. Es begünstigt bei einem niedrigen Blut-Calciumgehalt die Mobilisierung des Mineralstoffs, erhöht die Resorption im Darm und reduziert die Ausscheidung über die Nieren.
Bis etwa zum 30. Lebensjahr wird in der Regel mehr Calcium in die Knochen eingelagert als abgebaut. Zu diesem Zeitpunkt spricht man auch von "peak bone mass", der höchsten im Leben aufgebauten Knochenmasse. Ab diesem Zeitpunkt reduziert sich die Knochenmasse. Das bedeutet die Knochendichte verringert sich. Dieser Prozess kann nicht aufgehalten aber abgeschwächt werden. Entscheidend bei der Calciumauslagerung aus den Knochen ist eine entsprechende Ernährung und ausreichende körperliche Bewegung.
Bedarf
Der tägliche Calciumbedarf liegt zwischen 400 und 500 mg. Mit deutlichen Sicherheitszuschlägen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) je nach Altersgruppe zwischen 900 und 1200 mg pro Tag.
Zurück zu Osteoporose Glossar
|
Welt-Osteoporose-Tag
Das ist das Motiv des Welt-Osteoporose-Tages Oktober 2010.
News
- 02.10.2007
Komplikation bei Zoledronsäure
- Trotz guter protektiver Wirkung: schweres Vorhofflimmern (Klasseneffekt bei Bisphosphonaten?)
- 18.05.2007
Milch macht Knochen stark
- Tetra Pak und das Kuratorium Knochengesundheit rufen zu kalziumreicher Ernährung auf
Osteoporose Newsletter
Social Bookmarking
Osteoporose-Forum.de bookmarken bei
|