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26.12.2005
Optimierte Osteoporose TherapieAktualisierter DVO-Leitlinienentwurf empfiehlt Strontiumranelat als Mittel der ersten WahlAb sofort ist der aktualisierte Leitlinienentwurf des Dachverbandes Osteologie (DVO) im Internet einsehbar [1]. Zu den Medikamenten der ersten Wahl für die spezifische Osteoporosetherapie zählt der DVO nun erstmals auch Strontiumranelat. Grund für die Empfehlung ist der effektive Schutz vor vertebralen und nicht-vertebralen Frakturen, der für das Präparat in klinischen Studien von höchster wissenschaftlicher Evidenz nachgewiesen wurde. Neuheiten hat der Leitlinienentwurf auch im Hinblick auf die Diagnoseentscheidung zu bieten. Das Hauptkriterium zur Bewertung der Evidenz einer Osteoporosetherapie ist die Reduktion von osteoporosebedingten Frakturen. Die aus randomisierten kontrollierten Studien neu gewonnenen Frakturdaten sind daher das wesentliche Kriterium für die Beurteilung der Osteoporosemedikamente in den DVO-Leitlinien. Bei der spezifischen medikamentösen Behandlung führt der aktualisierte Leitlinienentwurf jetzt erstmals neben den antiresorptiven auch erstmals anabole oder teilanabole Medikamente, die wie Strontiumranelat (Protelos®) den Knochenaufbau fördern. Auf der Basis der wissenschaftlichen Evidenz sprach die Leitlinienkommission nach der genauen Untersuchung der Literatur den höchsten Empfehlungsgrad (1++) nun zum ersten Mal für Strontiumranelat aus. Strontiumranelat hat eine vergleichbare fraktursenkende Wirkung wie andere Antiostioporotika an der Wirbelsäule; die Inzidenz vertebraler Frakturen nach 3 Jahren wird etwa halbiert. Mit Ausnahme des SERMs ist für alle Wirkstoffe auch eine Reduktion peripherer Knochenbrüche belegt. Allerdings wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass für Strontiumranelat mit der TROPOS-Studie die einzige Studie vorliegt, in der periphere Frakturen der primäre Endpunkt war [2]. Protelos®: Evidenzgrad 1++ für vertebrale und periphere Frakturrisikoreduktion Für die Empfehlung von Strontiumranelat gibt es gute Gründe: Zwei randomisierte klinische Studien belegen die Antifrakturwirksamkeit der Substanz. In der TROPOS-Studie erhielten Osteoporosepatientinnen im Alter von durchschnittlich 77 Jahren täglich 2 g Strontiumranelat. Nach drei Jahren war das Risiko für nicht-vertebrale Frakturen um 16 % gegenüber Placebo reduziert [2]. Eine Subgruppenanalyse bei 1977 Hochrisikopatientinnen (> 74 Jahre und T-Score am Schenkelhals von <= -3) hat zudem eine signifikante Reduktion des Hüftfrakturrisikos um 36 % ergeben [3]. Ein effektiver Schutz vor Wirbelkörperfrakturen wurde in der SOTI-Studie nachgewiesen [4]. Nach dreijähriger Therapie mit Strontiumranelat sank das Frakturrisiko im Vergleich zu Placebo um 41 %. Schon nach einem Jahr erreichte der Frakturschutz statistische Signifikanz. In der TROPOS-Studie – hier war der Effekt auf Wirbelkörpereinbrüche ein sekundärer Endpunkt – gingen die vertebralen Frakturen um 39 % zurück. Das Besondere an Strontiumranelat: Das Mittel bremst nicht nur den weiteren Knochenabbau, sondern stimuliert zugleich den Knochenanbau. Dies führt in der Summe zum Aufbau von neuer Knochenmasse, das physiologische Remodeling des Knochens und damit die nötigen Reparaturmechanismen bleibt im Gegensatz zu stark antiresorptiven Substanzen erhalten. Neueste histomorphometrische Untersuchungen von Knochenbiopsien über bis zu 5 Jahren Therapie mit Strontiumranelat bestätigen die hohe Knochenqualität [5]. Die Einnahme ist einfach. Das Granulat wird abends vor dem Zubettgehen in ein Glas Wasser eingerührt und getrunken. Basisdiagnostik und Therapieentscheidung Neu sind in dem aktuellen Leitlinienentwurf die Konstellationen, bei denen eine Basisdiagnostik durchgeführt werden sollte. Im Mittelpunkt der Risikobewertung und der Therapieentscheidung steht das absolute Frakturrisiko, das sich aus der Kombination von Lebensalter und den einzelnen Risikofaktoren (z.B. Nikotinkonsum, Immobilität, BMI < 20) ergibt. Dies findet Ausdruck in dem 10-Jahres-Risiko für Schenkelhalsfrakturäquivalente*. Überschreitet dieses Risiko die 20 %-Grenze, ist eine Basisdiagnostik angezeigt. Das ist z.B. bei über 70-Jährigen mit typischen Risikofaktoren für eine Osteoporose der Fall, aber auch bei über 75-Jährigen ohne Risikofaktoren. Gleichzeitig stellt der 20%-Wert eine relative Indikation für eine spezifische Pharmakotherapie dar; ein 40%iges 10-Jahres-Risiko für Schenkelhalsäquivalente ist eine absolute Indikation für den Therapiebeginn. Im Hinblick auf die Dauer einer spezifischen Osteoporosetherapie empfiehlt der Leitlinienentwurf einen Mindestzeitraum von 3 bis 5 Jahren. Außerdem weist der DVO darauf hin, dass die Auswahl der Medikation auf den individuellen Patienten zugeschnitten sein sollte. Dabei sind auch Aspekte wie Durchführbarkeit, Nebenwirkungen und Langzeitwirkungen zu berücksichtigen. Mit Strontiumranelat steht ist hier nun eine einfach einzunehmende und effektive Option zur Verfügung, die auch langfristig die Knochenqualität erhält. *Schenkelhalsfrakturäquivalente wichten osteoporotische Frakturen in Bezug auf die Funktionalität und Lebensqualität einer Schenkelhalsfraktur Literatur [1] www.lutherhaus.de/dvo-leitlinien [2] Meunier, P.J. et al., N. Engl. J. Med. 350, 459 – 468, 2004 [3] Rizzoli, R. et al., Osteoporosis Int. 15 (Suppl. 1), S 18 (OC 39), 2004 [4] Reginster, J.Y. et al., J. Clin. Endocrinol. Metab. 90, 2816–2822, 2005 [5] Arlot, M.E. et al., J Bone Miner Res. 2005 ;20 (suppl11): S22-23 Quelle: Servier Zurück |
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